Meine Workshops – ein unpassendes Angebot?!

Während der Sommerferien ist auf einer Internet-Plattform eine Diskussion entstanden, ob mein Workshop „Vulva Lieben“ dort gepostet werden sollte oder nicht. Es gibt Menschen, die sich dadurch gestört fühlen, ein solches Angebot als „unpassend und befremdlich“ empfinden. Man müsse ja nicht „alle intimsten Lebensbereiche öffentlich sezieren und einer vermutet unterbliebenen Volksaufklärung zuführen.“ Ein solches Angebot passe „in der Intimsphäre, im privaten Leben… Aber nicht in der Öffentlichkeit!“ Dann gibt es andere Menschen, die dafür plädieren unsere Arbeit erstmal kennenzulernen oder sich generell mehr Unaufgeregtheit bei diesen Themen wünschen und für uns sprechen: „Mara und Vivien machen tolle Arbeit, sind mutige Pionierinnen und ich kann nur empfehlen sich mal zu einem ihrer Workshops zu trauen.“

Intimität oder Öffentlichkeit?

In dieser Diskussion geht es um die Frage, die natürlich in meiner Arbeit häufig auftaucht: Warum sollte man etwas so Intimes wie unser sexuelles Erleben in der Öffentlichkeit besprechen und in Workshops zum Thema machen? Interessant übrigens, dass Menschen sich von so einem Workshop-Angebot gestört fühlen, vermutlich aber täglich über die sexualisierte Werbung und sexuelle Angebote, die uns überall ins Gesicht springen, hinweg schauen. Für mich bzw. uns gibt es da ein ganz klares Argument: Die Aufklärung! Die meisten Menschen wissen viel zu wenig über die Sexualität in ihrer Vielfalt, um auch nur ansatzweise ihre eigene Sexualität so leben zu können, dass es sie erfüllt und sie damit glücklich sind.

Aufklärung statt Leistung und Performance!

So viele Menschen haben Probleme in ihrer Sexualität, mit sich und auch in ihren Beziehungen. Und das ist auch kein Wunder! Denn wenn wir darüber nicht sprechen, können wir natürlich kein Wissen vermitteln, keine Erfahrungen weitergeben. Sexualität wird heute meistens über die Medien, im schlimmsten Fall über Pornographie gelernt. Und das was dort gezeigt wird, hat oft wenig mit der Realität zu tun, schafft unrealistische Erwartungen, ist oft heteronormativ und diskriminierend und es geht meistens um Leistung und Performance und um das reine Ausagieren von Trieben. Für uns ist Sexualität aber viel mehr! Es ist unsere Lebensenergie und es ist der Ausdruck von Liebe – zu uns selbst und zu anderen! Aus unserer Sexualität heraus entsteht Leben und wenn wir diese starke Energie nutzen, dann kann sie uns Kraft und Kreativität für unser ganzes Leben schenken. Wir sind dankbar für diese Energie und das wollen wir weitergeben. Wir wollen möglichst viele Menschen darin unterstützen über ihre Sexualität in ihre Kraft zu kommen. Das geht nur über Öffentlichkeit!

Austausch, Miteinander und Beziehung!

Und das sehen nicht nur wir so. Der letzte Beitrag auf dieser Internet-Plattform war dieser:
„Überall im Internet, Fernsehen und allen Medien werden Pornos gezeigt. Ein Klick und eure Kinder können sich alle Sexpraktiken ansehen.
Traurig wenn es Menschen gibt die an der Aufklärung mitwirken, Sexuelle Themen ansprechen, den Raum dafür bieten daß Menschen offen über ihre Sexualität ihre Sorgen und ihre Nöte und ihre Wünsche sprechen können und dadurch Wege finden um in Beziehung in der Nähe und im Miteinander klar zu kommen und dafür angegriffen werden.
Ich bewundere euren Mut, Vivien und Mara, damit in die Öffentlichkeit zu gehen!!!
Da gehört es hin und nicht in die versteckte Schmuddelecke.
Schaut euch doch um, Sex Vergewaltigung, Respektlosigkeit und Beziehungslosigkeit ist immer und überall. Danke dass ihr diese Arbeit macht!!!“

Warum ich diese Arbeit mache
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Am 07.12. gibt es noch freie Plätze für unseren Orgasmic Woman Workshop in Berlin! Weitere Infos unter www.orgasmic-woman.com!
Den SAT1 Beitrag darüber ab Minute 3:38 findest du hier!